Aus der Gemeinderatssitzung vom 24. Juli 2017

Energiebericht 2016


Seit vielen Jahren arbeitet die Gemeinde Schlierbach mit sieben weitere Voralbgemeinden sowie der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH (KEA) zusammen, um die Energieausgaben der Gemeindegebäude zu reduzieren. Wie die vorangegangen Jahre wurde auch für das Jahr 2016 ein geneinsamer Energiebericht für alle teilnehmenden Gemeinden erstellt. Der die Gemeinde Schlierbach betreffende Teil wurde dem Gemeinderat in der Gemeinderatssitzung vorgestellt. 
Für die acht in Schlierbach untersuchten Gebäude ergeben sich seit dem Jahr 2010 demnach folgende Verbrauchsentwicklungen: 
Der Wärmeverbrauch (witterungsbereinigt) ist in den ersten Jahren teilw. stark zurückgegangen, die letzten Jahre nahm der Verbrauch jedoch wieder zu. Im Jahr 2016 konnte dagegen wieder ein leichter Rückgang verzeichnet werden. Hauptgrund für die Zunahme sind gesetzliche Vorschriften bei der Trinkwassererwärmung. So muss die Heizung der Schule auch in den Sommermonaten in Betrieb gehalten werden, um das Wasser der Sporthalle Bergreute dauerhaft, auch in den Ferien, über  die Fernwärmeversorgung der Schule aufheizen zu können.
Der Gesamtstromverbrauch der untersuchten Gebäude hat sich 2016 im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht. Zudem sind die Strompreise gestiegen, so dass sich die Gesamtkosten um 2.508 € erhöht haben.
 
Im Jahr 2016 nahm der Wasserverbrauch im Vergleich zum Vorjahr nochmals leicht ab, so dass der niedrigste Verbrauch seit Einführung des Energiemanagements verzeichnet werden konnte. Im Vergleich zum Basisjahr beträgt die Reduzierung des Wasserverbrauchs fast 60 Prozent.
Die Gesamtenergiekosten (nicht witterungsbereinigt) der acht untersuchten Gebäude im Jahr 2016 betrugen fast 95.000 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ergeben sich somit Einsparungen von ca. 950 Euro. Gestiegene Kosten für die Strombeschaffung werden durch ein günstigeres Ergebnis bei der Wärmeerzeugung bzw. dem Wasserverbrauch ausgeglichen. Im Vergleich zum Basisjahr 2010 ergibt sich somit trotz Steigerung der Energiepreise sowie Vergrößerung der Nutzflächen und höheren Anforderungen an die Ausleuchtung eine Ersparnis von fast 21.000 Euro.
Bei den Photovoltaikanlagen hat sich die positive Tendenz der letzten Jahre bestätigt. Der  Eigenverbrauch der Anlage auf dem Kinder- & Bildungshaus hat sich nochmals erhöht auf nun fast 76 Prozent und bei der Kläranlage auf über 82 Prozent.
Nachdem der Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung in den Jahren 2013 und 2014 stark reduziert werden konnte, ist in den letzten 3 Jahren ein gleichbleibender Verbrauch zu verzeichnen. Insgesamt ging der Verbrauch seit 2007 im Vergleich zum letzten Jahr um etwa 57 Prozent zurück. Grund für die Energieeinsparungen in den letzten 10 Jahren, trotz einer höheren Anzahl an Straßenlampen aufgrund neuer Baugebiete, ist die Umstellung auf Energie- bzw. LED-Leuchten. Da ein kompletter Austausch einzelner Straßenzüge momentan wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre, werden nur bei erforderlichen Umstellungen aus technischen Gründen bzw. bei Neuerrichtungen von Straßenlampen weitere LED-Leuchten installiert.
 
Energiemanagement wird fortgesetzt
Seit 2008 beteiligt sich die Gemeinde Schlierbach mit weiteren Voralbkommunen am Energiemanagement der Kommunalen Energieberatung Baden-Württemberg. Energieberater Sattler führte in diesem Zusammenhang regelmäßige Kontrollen durch und gab Hausmeisterschulungen. Das Energiemanagement führte auch zu Konsequenzen bei der Sanierung kommunaler Gebäude. Ein Teil des Gemeinderats war der Auffassung, dass das Energiemanagement vorläufig beendet werden sollte, da eine höhere Einsparungen bei den Energiekosten nicht mehr zu erwarten seien. Man könne das Energiemanagement bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehmen. Mehrheitlich hat sich das Gremium für eine zunächst auf 3 Jahre befristete Fortsetzung des Energiemanagements ausgesprochen. Durch die laufende Kontrolle werde auch der „Faktor Mensch“ einbezogen. Außerdem behält der Gemeinderat ein Kontrollinstrument für einen wesentlichen Kostenfaktor im Gemeindehaushalt. Angesichts der gesellschaftlichen Aufgabe des Klimaschutzes soll damit auch ein Zeichen nach außen gesetzt werden. Der jährliche Aufwand liegt bei 4.144 €.

Gemeinderat fasst Aufstellungsbeschluss für Baugebiet „Dorfwiesen“


Die Gemeinde Schlierbach hat in den vergangenen Jahren den Bedarf an Wohnbaugrundstücken überwiegend im Baugebiet „Breiteweg II“, welches im Jahr 2012 erschlossen wurde, gedeckt. Dieses Baugebiet ist inzwischen jedoch weitgehend aufgesiedelt, lediglich einzelne Baulücken im privaten Eigentum sind noch vorhanden. Darüber hinaus hat die Gemeinde erhebliche Anstrengungen unternommen, die vom Gesetzgeber geforderte Innenentwicklung voranzutreiben. Durch Wiedernutzbarmachung von Flächen, der Nachverdichtung oder sonstigen Maßnahmen der Innenentwicklung soll der Flächenverbrauch im Außenbereich minimiert werden. Dazu gehören neben der Schließung von Baulücken auch eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen im Rahmen der durchgeführten Ortskernsanierung. Zudem hat die Gemeinde durch die Aufstellung von Bebauungsplänen der Innenentwicklung, wie z.B. dem Bebauungsplan „In den Schiessgärten, 2. Änderung“, die Grundlagen für innerörtliche Nachverdichtungen geschaffen.
Die Gemeinde ist bei solchen Maßnahmen der Innenentwicklung jedoch grundsätzlich auf die Mitwirkungsbereitschaft der zumeist privaten Grundstückseigentümer angewiesen. Aufgrund des anhaltend hohen Bedarfs nach Wohnbaugrundstücken, insbesondere für klassische Einfamilienhäuser, lässt sich der Bauflächenbedarf in der Gemeinde durch die Innenentwicklung alleine nicht decken.
Aus diesem Grund möchte die Gemeinde Schlierbach im Gewann Dorfwiesen in Verlängerung des Ahornweges Richtung Schule ein zusätzliches kleines Wohngebiet zur Deckung des Bedarfs erschließen. Das Büro mquadrat hat zusammen mit der Verwaltung bereits einen Vorentwurf des Bebauungsplans erstellt, um die städtebaulichen Grundzüge und die Erschließung darzustellen.
 
 
Dieser ist auf der Grundlage der bisherigen Erkenntnisse als vorläufig zu bezeichnen und kann sich im Zuge des weiteren Verfahrens verändern. Der Gemeinderat beschloss die Aufstellung des Bebauungsplans. Gleichzeitig wurde beschlossen, mit diesem Vorentwurf in Kürze die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange durchzuführen. Im Mitteilungsblatt wird zu gegebener Zeit Ort und Dauer der frühzeitigen Bürgerbeteiligung veröffentlicht.

Finanzzwischenbericht 2017


Über die aktuelle Entwicklung der Gemeindefinanzen informierte Kämmerer Steffen Mayer den Gemeinderat anhand der wichtigsten Veränderungen des laufenden Jahres.
So war mit einem Überschuss von rund 23.000 € ein gerade noch ausgeglichenes Ergebnis im Haushaltsplan veranschlagt. Auf Basis der neuesten Steuerschätzung ist aber nunmehr davon auszugehen, dass sich die Erträge – vor allem aufgrund eines höheren Gemeindeanteils an der Einkommensteuer – um voraussichtlich fast 200.000 € auf insgesamt 8,85 Mio. € erhöhen werden. Dem stehen zudem noch Minderaufwendungen im Personalbereich, sowie den allgemeinen Sach- und Dienstleistungen in Höhe von mehr als 100.000 € gegenüber, so dass sich das Gesamtergebnis um über 300.000 € verbessert.
Ein ebenfalls positives Bild zeigt sich auch im Finanzhaushalt. So werden sich die  Einzahlungen aus Investitionszuschüssen und Grundstücksverkäufen mit 1,25 Mio. € geringfügig über dem veranschlagten Niveau bewegen. Dagegen fallen die investiven Auszahlungen (Baumaßnahmen, Grundstückskäufe, usw.) mit insgesamt 4,2 Mio. € gegenüber dem Planansatz von über 5,2 Mio. € deutlich geringer aus. Grund hierfür ist der dem Baufortschritt geschuldete verzögerte Mittelabfluss; zudem kann für die Maßnahme „Generalsanierung Schule“ mit deutlich geringeren Gesamtkosten gerechnet werden. In der Summe verbessert sich das investive Ergebnis dahingehend, dass sich der Finanzierungsmittelbedarf des laufenden Jahres von mehr als 4,0  Mio. € auf voraussichtlich rund 2,9 Mio. € reduziert. 
Unter Berücksichtigung des absehbaren Zahlungsmittelüberschusses des Ergebnishaushalts (ordentliches Ergebnis ohne die nicht zahlungswirksamen Abschreibungen) und der  Entwicklung im Finanzhaushalt, verringern sich die liquiden Mittel zum Jahresende lediglich um rund 1,6 Mio. € auf 3,5 Mio. €; ursprünglich war man von einer Verringerung des Geldbestands auf 2,1 Mio. € ausgegangen. 
Insgesamt betrachtet kann festgestellt werden, dass sich die Finanzen der Gemeinde derzeit  in allen Bereichen positiv entwickeln. Somit ist weiterhin sichergestellt, dass sämtliche Punkte des umfangreichen Maßnahmenkatalogs ohne Einschränkungen finanziert werden können; eine Darlehensaufnahme ist auch für die Zukunft nicht erforderlich.