Gaiserstraße 18 und 20

Das Gebäude Gaiserstraße 20 stand wohl schon im 16. Jahrhundert und gehörte zum Kirchheimer Hoflehen in der Seegasse. Das nebenliegende Haus Nr. 18 gehörte als „Ausgedinghaus“ dazu. Im Ausgeding lebten die alt gewordenen Hofbesitzer oder verwitwete Ehepartner, nachdem der Hof an die nächste Generation übergeben wurde.
 
Um 1900 betrieb der Sohn des 1879 eingeheirateten Josef Schmid namens Robert eine gutgehende Käserei. Dort und in drei weiteren Käsereien konnten die Schlierbacher Bauern ihre Milch zu Butter oder Käse verarbeiten lassen. Robert Schmid wurde wegen der Farbe seines Barts der „rote“ Käser genannt.
 
Mit Verordnung vom 31. März 1934 untersagte die nationalsozialistische württembergische Regierung die Selbstvermarktung der Milch. Damit wurde den örtlichen Käsern die Geschäftsgrundlage entzogen, da die Milch von da an nach Stuttgart abgeliefert werden musste. Das Gebäude war nur noch landwirtschaftlich nutzbar.
 
1969 bis 1995 war hier die Filiale der Kreissparkasse Göppingen untergebracht. 2004 fanden umfangreiche Renovierungen statt.

Gaiserstraße 20 und 18 im März 2013. Foto: Marga Lorch