Kirchstraße 28 und 32: Schule und Kinderbildungshaus

Die hohe Kinderzahl der geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1955 und 1965 hatte erhebliche Auswirkungen auf die Bauplanung der Gemeinde im Bildungsbereich. Neue Räume waren zunächst im Kindergartenbereich und später in der Schule notwendig. Der Platz im Rathaus reichte also nicht aus und die Verteilung der Schüler auf andere Räumlichkeiten wie den Gemeindesaal im Pfarrhaus brachte auf Dauer nur Nachteile. Anfang der 1960er Jahre beriet der Gemeinderat und entschloss sich zum Neubau eines Schulgebäudes. 1963 schrieb die Gemeinde einen Architektenwettbewerb aus, den der Münchener Diplom-Ingenieur Werner Fauser für sich entscheiden konnte. Zwischen 1964 und 1966 erfolgte der Neubau der Schule an der Dorfwiesenstraße für 1,5 Millionen DM.

Neubau Schulhaus im Jahr 1968. Foto: Johann Fürbeck


Durch die Veränderungen in der Schullandschaft, das war die Schließung der Hauptschule und gleichzeitig die Übernahme der Grundschule aus Roßwälden, stiegen die Schülerzahlen wieder an. Damit herrschte schon 1966 wieder Raumnot und im Rathaus mussten weiterhin Klassen unterrichtet werden. 1979 konnte ein Erweiterungsbau mit drei Klassenzimmern nach Plänen von Dipl. Ingenieur Dieter Nussbaum bei Kosten von rund 500.000 DM erstellt werden.

Schulhaus im Dezember 1987


Durch die Sanierung im Jahr 1988 erhielt das Gebäude einen Außenputz und Sonnenschutz. Die Rückgewinnung der Hauptschule 1988 und der Auszug der Roßwälder Grundschüler ermöglichte eine Erweiterung des Gebäudes. Aus dem Architektenwettbewerb im selben Jahr ging die Architektengemeinschaft Haller, Hammer, Gork und Geiger aus Schlierbach als Träger des ersten Preises hervor. Nach ihren Plänen entstand der Erweiterungsbau zwischen 1989 und 1991. Die Baukosten beliefen sich auf 3,4 Millionen DM.

Erweiterungsbau der Schule im März 1991


Zwischen 2008 und 2009 wurden der Schulhof neugestaltet und das Dach saniert. Die Kosten betrugen unter der Bauleitung des Schlierbacher Architekten Martin Rückschloss ca. 400.000 Euro.
 
Nach fünfzig Jahren Betrieb wurde die Generalsanierung des gesamten Gebäudes nach Plänen der Architektin Hautz vom Büro Schmid-Schippert und Hautz, Hochdorf notwendig. Die Gemeinde gab zwischen 2016 und 2018 rund 3,5 Millionen Euro für das Projekt aus. Im Jahr 2017 besteht in Schlierbach eine eigenständige Grundschule sowie die Außenstelle der Albert-Schweitzer-Schule Albershausen mit einem Realschulzug. Ab 2017 kam die Gemeinschaftsschule mit den Klassen 8 bis 10 hinzu.

Schulhaus im November 2017. Foto: Gabriele Mühlnickel-Heybach


Der gesellschaftliche Wandel brachte seit den 2000er Jahren den gesetzlichen Anspruch auf die Betreuung von Klein- und Schulkindern hervor. Die Gemeinde ist für die Umsetzung dieses Rechtsanspruchs verantwortlich und musste folglich neben guten Betreuungskonzepten und dem notwendigen Personal auch für die entsprechenden Räumlichkeiten sorgen. Das Kinder- und Bildungshaus, ein Bau zwischen Schule und Dr.-Irmgard-Frank-Kindergarten, erfüllte moderne Ansprüche der Betreuung. Dessen Räume dienen sowohl der Ganztagesschule als auch der Kinderbetreuung. Im Erdgeschoss liegt die Schulmensa mit Mediathek und Projekträumen, verbunden mit der Grundschule durch einen verglasten Gang. Das Obergeschoss als Kindertagesstätte bietet Platz für drei Kleinkindgruppen und das Ganztagesangebot des benachbarten Kindergartens. Zwischen 2011 und 2012 entstand das Gebäude nach Plänen des Architekturbüros Baldauf GmbH Stuttgart und kostete ca. 2,8 Millionen Euro.

Kinder- und Bildungshaus im November 2017. Foto: Gabriele Mühlnickel-Heybach