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Verabschiedung von Bürgermeister Paul Schmid nach 32 Jahren

32 Jahre wirkte Paul Schmid als Bürgermeister in Schlierbach, Ende Juli wurde er nun öffentlich verabschiedet, offiziell endet seine Amtszeit jedoch erst am 9. September 2018. Dabei hatten bereits im Vorfeld so viele Gäste ihr Kommen angekündigt, dass die Feier aus der kleineren Dorfwiesenhalle in die Sporthalle Bergreute verlegt werden musste.

„Die Leute werden zurückblicken und sagen: Es waren 32 gute Jahre“, sagte Landrat Edgar Wolff in seiner Rede. Als fachlich versierten und herausragenden Verwaltungsfachmann habe er zunächst als Bürgermeisterkollege, dann als Landrat Paul Schmid über die Jahre zu schätzen gelernt. Dabei habe er sich aber nie in den Mittelpunkt gestellt, sondern immer selbst als Rädchen in einem größeren Getriebe gesehen. „Dabei warst du das Schwungrad deiner Gemeinde“, stellte Edgar Wolff klar.

Viel habe Schmid in seiner Amtszeit bewegt und die Gemeinde zielstrebig weiterentwickelt. „Du hinterlässt deinem Nachfolger ein gut bestelltes Feld und große Fußstapfen“, sagte Wolff. Passend zum letzten Schultag stellte Edgar Wolff dem scheidenden Bürgermeister das Abschlusszeugnis aus. Seine Bewertung: „Eine glatte Eins für herausragende Leistungen. Er wird versetzt in einen neuen, schönen Lebensabschnitt.“ Mit Schmids Abgang ende eine Ära.

Der erste stellvertretende Bürgermeister Kurt Moll blickte auf die vergangenen drei Jahrzehnte zurück. Mit Paul Schmids Amtsantritt habe 1086 eine Erfolgsgeschichte begonnen. Kurt Moll erinnerte in einer Art Schnelldurchlauf an die vielen Projekte in Schmids Amtszeit. Hochwasserschutz, Ortskernsanierung, Bau der Sporthalle, Friedhofserweiterung und Bau der Aussegnungshalle, Neubau des Feuerwehrmagazines, Ausbau der Bildungslandschaft durch Kindergartenerweiterungen, Neubau des Kinderbildungshauses und Schulerweiterung und vieles mehr. Paul Schmid habe den Fuß immer auf dem Gaspedal gehabt, fasste Moll zusammen. So sein für Paul Schmid das Amt des Bürgermeisters kein Beruf, sondern Berufung gewesen. „Oft habe ich am Abend zwischen neun und zehn noch Licht im Bürgermeisterbüro brennen sehen“, berichtete Moll. Im Namen des Gemeinderats dankte er Paul Schmid dafür, dass er unsere Gemeinde zu dem gemacht habe, was sie heute ist: eine liebens- und lebenswerte Gemeinde. Ganz besonders dankte er auch Schmids Ehefrau Rose, die als Ehefrau sicher so einiges habe aushalten müssen, ihn aber stets unterstützt habe.

Ab dem 9. September ist Paul Schmid dann Bürgermeister a. D. Bereits jetzt aber ist er frischgebackener Ehrenbürger Schlierbachs. Kurt Moll überreichte dem sichtlich bewegten Paul Schmid die Urkunde, die die Ehrenbürgerwürde festschreibt. Die einstimmige Entscheidung des Gemeinderats fand bei den Festgästen großen Anklang. Begleitet von Stehenden Ovationen nahm Paul Schmid Urkunde und Ehrenbürgerschaft an.

Auch die weiteren Redner zollten Paul Schmid Respekt und Hochachtung. Schulleiterin Susi Eckle-Schaal, die mit dem Schulchor die Veranstaltung eröffnete, bedankte sich für die gute und intensive Zusammenarbeit besonders während der Schulsanierung.

Donzdorfs Bürgermeister Martin Stölzle sprach für die Bürgermeister des Landkreises Göppingen und charakterisierte seinen scheidenden Amtskollegen als „Macher und Schaffer, der Aufgaben annimmt und pragmatisch und zielorientiert umsetzt“. Für die Kirchengemeinden im Ort sprach der katholische Pfarrer Franz Keil und dankte Schmid für sein „fruchtbares Sorgen und Tun“ für die Gemeinde. Horst Gasper reihte sich im Namen der Schlierbacher Vereine in die Reihe der Redner ein.

Sichtlich bewegt verabschiedete sich Paul Schmid von „seinen“ Schlierbachern als Bürgermeister. Er bezeichnete es als Glück, dass er in 32 Jahren viel gestalten und anstoßen durfte.“ Wir hatten aber auch das Glück, dass die Bürger uns das auch machen lassen haben“, blickte der scheidende Schultes mit einem Blick auf die Bürgerschaft auf seine Amtszeit zurück. „Mir bleiben dabei nicht die Projekte in Erinnerung, sondern die vielen Menschen, die mir dabei begegnet sind.“

Einen besonderen Dank richtete Schmid an seine Mitarbeiter im Rathaus. Sicher habe er als Chef seinem Umfeld viel abverlangt, aber: „Ich hatte immer den Eindruck, dass ich voll unterstützt wurde - dafür bin ich sehr dankbar“.

Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde habe ihn dann doch „ein Stück weit sprachlos“ gemacht. Er könne das noch gar nicht angemessen würdigen - das müsse sich erst noch setzen. Dem Gemeinderat dankte Schmid für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Ohne familiären Rückhalt, da ist sich Paul Schmid ganz sicher, hätte er sich nie so erfolgreich für die Gemeinde einbringen können. „Für die Unterstützung durch meine Frau und meine Familie bin ich unendlich dankbar.“ Die Familie habe über die Jahre oft auf ihn verzichten müssen. Umso mehr freut sich Paul Schmid jetzt auf mehr freie Zeit.

Seinem Nachfolger Sascha Krötz wünschte Schmid „viel Freude am Gestalten und viel Kraft“. Und „seiner“ Gemeinde eine gute Zukunft: „Glück auf für die Gemeinde Schlierbach - es war eine tolle Zeit mit Ihnen!“

Neben dem Schulchor umrahmte der Musikverein "Harmonie" musikalisch die Veranstaltung. Auch eine lustige Einlage des Schwäbischen Albvereines fand großen Anklang und Beifall des Publikums.

Am Rande der Verabschiedung von Bürgermeister Paul Schmid trafen sich „3 Generationen“ Schlierbacher Bürgermeister. Natürlich waren auch schnell die Fotografen da, um dieses seltene Ereignis festzuhalten. Unser Foto zeigt von links Volker Lenz (Bürgermeister 1975 – 1986), Sascha Krötz (Bürgermeister ab 10.09.2018) und Paul Schmid (Bürgermeister 1986 – 2018).