Aus der Gemeinderatssitzung vom 19. Dezember 2016

​​ Erweiterung des Gebrüder-Weiler-Kindergartens

Den Bedarf für die Schaffung einer weiteren Kindergartengruppe (Ü 3) wurde im Gemeinderat schon im Zuge der letzten Kindergartenbedarfsplanung im Frühjahr des Jahres festgestellt. Schon zum neuen Kindergartenjahr im September 2016 richtete die Gemeinde deshalb provisorisch eine neue Gruppe im Dr. Irmgard Frank Kindergarten ein. Dazu gab die zuständige Fachbehörde, der Kommunalverband Jugend und Soziales (KVJS), Stuttgart, nur eine zeitlich befristete Betriebserlaubnis. In der Julisitzung entschied sich der Gemeinderat auf der Grundlage einer aufwändigen Standortanalyse für eine Erweiterung des Gebrüder Weiler Kindergartens. Nachdem eine Entscheidung über die Planung in der Novembersitzung auf grund unerwartet hoher baukosten nochmals vertagt worden war, stellte Architektin Christine Hautz in der letzten Sitzung die Planung mit der überarbeiteten Kostenschätzung vor.
 
Der Anbau wird auf der Ostseite des bestehenden Altbaus angedockt. Die aktuelle Planung sieht im Erdgeschoss des nicht unterkellerten Anbaus einen Gruppenraum und einen Kleingruppenraum sowie den Sanitärbereich vor. Im Obergeschoss ist ein Schlafraum für die Kleinen geplant, der Treppenausgang ist zugleich zweiter Fluchtweg für das Obergeschoss des Altbaus, das damit auch effektiver genutzt werden kann.
 
Die derzeitige Planung ist gediegen und passt sich dem Altbau an. Die Nutzflächen entsprechen den Vorgaben des KVJS. Besonders aufwändige architektonische Lösungen sind nicht enthalten.
 
Die Kostenberechnung wurde vom Architekturbüro und den Fachingenieuren neu ermittelt bzw. geprüft. Die Kosten für den Neubau belaufen sich jetzt auf rd. 630.000 €. Hinzu kommen noch Kosten im Altbau in Höhe von ca. 79.350 €. Davon entfallen allein auf den Umbau der alten Heizungsanlage 29.000,00 €. Die überarbeitete Kostenschätzung liegt deutlich unter den Planungskosten für Neubauten bzw. Erweiterungen bei aktuellen ähnlichen Vorhaben in anderen Kommunen. Auf luxuriöse Planung wurde bewusst verzichtet. Günstigere Lösungen könnten durch Fertigbauten auf der „grünen Wiese“ erzielt werden, dazu fehlen derzeit der Gemeinde die Alternativen. 
 
Die Verwaltung prüft mit dem Architekturbüro ob eine Zusammenfassung von Gewerken z.B. beim Rohbau wirtschaftliche, zumindest Abwicklungsvorteile bringt. Voraussichtlich wird man zumindest diese Option bei der Ausschreibung offen lassen.
 
Der Gemeinderat wurde über die Fördermöglichkeit durch ein neues Bundesprogramm, das im Land Baden Württemberg noch umgesetzt werden muss, bereits informiert. Die vorab veröffentlichten Bedingungen mit einer Rückwirkung zum 1.7. 2016 gibt der Projektmitfinanzierung durch die Bundesmittel eine gute Chance. Der Gemeinderat genehmigte den Entwurf des Architekturbüros und beauftragte die Verwaltung, die Genehmigungsplanung zu erstellen.

Weitere Kanäle werden saniert


Im Lauf dieses Jahres wurden ca. 7.000 m Kanalnetz befahren, inspiziert und die Ergebnisse vom Ingenieurbüro hiller+hofele ausgewertet. Die Beseitigung sämtlicher Schäden im befahrenen Bereich kostet nach einer Berechnung des Fachingenieurs rd. 361.000 €. Da die Kanalsanierung entsprechend der bisherigen Praxis kontinuierlich fortgesetzt werden soll, hat das Ingenieurbüro die Sanierung von 31 Haltungen im Jahr 2017 vorgeschlagen. Es sollen vornehmlich die Haltungen saniert werden, die die Schadensklassen 0 oder 1 aufweisen. Räumlich oder fremdwasserbedingt werden teilweise auch Haltungen der Schadensklasse 2 saniert.
Die Bewertung der Haltungen in Haltungsklassen erfolgt nach den Vorgaben der Abwassertechnischen Vereinigung (ATV) von 0 bis 4:
0 = Sofortiger Handlungsbedarf
1 = Kurzfristiger Handlungsbedarf
2 = Mittelfristiger Handlungsbedarf
3 = Langfristiger Handlungsbedarf
4 = Kein Handlungsbedarf
Die 31 Haltungen haben eine Haltungslänge von ca. 1.000 m, wobei 21 Haltungen mit partiellen Sanierungsverfahren und 10 Haltungen mittels Inlinerverfahren (Einziehen eines „Zweiten Rohres“) saniert werden sollen. Dabei handelt es sich überwiegend um mutmaßlich hydraulisch unkritische Haltungen. Die Kosten für vorgenannte Sanierung belaufen sich nach einer Kostenberechnung vom Büro hiller+hofele auf rd. 134.000 €. Der Gemeinderat stimmte der Ausschreibung der Kanalsanierungsmaßnahme in diesem Umfang einstimmig zu.

Änderung des Bebauungsplans „In den Schießgärten“


Anfang letzten Jahres wurde vom Gemeinderat beschlossen, den Bebauungsplan „In den Schießgärten“ zu ändern. In der Zwischenzeit wurden weitere Eigentümerverhandlungen mit den Angrenzern geführt mit dem Ergebnis, dass ein Teil der Flächen für eine bauliche Entwicklung nicht zur Verfügung stehen. Daher hat sich die Gemeindeverwaltung dazu entschieden, den Bebauungsplan auf eine kleinere Fläche im Bereich der Kirchstraße zu beschränken und diese für eine bauliche Nutzung zur Verfügung zu stellen. Geplant ist eine Nachverdichtung im Bestand, um den örtlichen Bedarf an Wohnflächen in der Gemeinde decken zu können. Bestrebt vorrangig Innen- vor Außenentwicklung zu betreiben, möchte die Gemeinde diese innerörtliche Grünfläche unter Ausnutzung der vorhandenen Erschließung bebauen und somit zusätzlichen Wohnraum schaffen. Zur Umsetzung der städtebaulichen Ziele wird das Bebauungsplanverfahren neu aufgerollt. Der Gemeinderat beschloss den vom Büro mquadrat, Bad Boll, erarbeiteten Entwurf zum Bebauungsplan „In den Schießgärten, 2. Änderung“ mit den örtlichen Bauvorschriften. Im Anschluss daran wird der Bebauungsplan für die Dauer eines Monats öffentlich ausgelegt. Dabei erhält die Öffentlichkeit die Möglichkeit, Stellung zu beziehen und Anregungen vorzubringen. Ort und Zeit der Auslegung wird rechtzeitig im Mitteilungsblatt bekannt gegeben. Gleichzeitig werden die Behörden von der Auslegung informiert und um Stellungnahme gebeten.